Gelungene Route von Punkt zu Punkt
Die OM-Medien testen das neue Fahrrad-Knotenpunktsystem im Landkreis Cloppenburg

Oliver Hermes
Oldenburger Münsterland Ein neues Knotenpunktsystem für Radfahrer hat der Landkreis Cloppenburg eingeführt; im Kreis Vechta gab es dies bereits. Ich habe für die OM-Medien den Test gemacht und mir online eine eigene Route erstellt.
Der Einstieg gelingt schnell. In Ambühren suche ich einen nahegelegenen Startpunkt und speichere ihn mit einem Klick. Anschließend ergänze ich weitere Knotenpunkte auf der Karte. Liegen diese weiter auseinander, fügt das System automatisch passende Zwischenpunkte ein. Alternativ kann ich auch Punkt für Punkt einzeln auswählen.
Am Ende entsteht eine vollständige Route. Die Anwendung zeigt die Entfernungen zwischen den Knotenpunkten sowie die Gesamtlänge. In meinem Fall umfasst die Strecke rund 30 Kilometer. Die Thülsfelder Talsperre plane ich bewusst ein.
Für die Fahrt gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder kann ich die Karte ausdrucken oder mir die GPS-Daten der Route herunterladen. Eingefügt werden kann diese dann bei entsprechenden Apps wie Fietsknoop (7,99 Euro im Jahr) oder bei Komoot. Letztere verlangt für eine Navigation und die Aufzeichnung der Routendaten 4,99 Euro pro Woche. Ein Tipp zum Ausprobieren: Es wird eine kostenlose Testphase von 7 Tagen angeboten, diese nutze ich für meine Tour.
Also geht es los, ich starte die App beim Knotenpunkt 3. Gleichzeitig schaue ich auf meinen Ausdruck nach dem nächsten Punkt, es geht zur 31. Die Schilder sind eindeutig und gut sichtbar, so kann ich mich gar nicht verfahren. Egal, ob ich online oder offline unterwegs bin. Positiv fällt mir direkt auf, dass ich andere Wege kennenlerne, denn die Route sucht sich gefühlt Wege außerhalb der Hauptverkehrsstraßen. Einzige Herausforderung ist ein kurzer Abschnitt aus Sand und Schotter. Der Kinderanhänger hintendran bremst, trotz E-Bike.
Positiv ist die Flexibilität des Systems. Es bietet Spielraum bei der Planung. Ich stelle die Strecke selbst zusammen und nutze keine vorgegebenen Routen. So ist für junge Familien etwa die Talsperre mit einem Schlenker über Dwergte empfehlenswert. Es sind nämlich Stopps auf dem Abenteuer- oder dem Waldspielplatz möglich. Wer eher nach einem gastronomischen Stopp Ausschau hält, sollte sich einen Knotenpunkt in einem der Zentren mit auf die Route legen.
Etwas gewöhnungsbedürftig war ein Stück auf einer größeren Landstraße. Ohne Radweg kann es neben schnell fahrenden Autos ungemütlich werden. In meinem Fall handelte es sich aber nur um einen sehr kurzen Abschnitt, den man mit einem anderen Knotenpunkt sicherlich auch hätte umfahren können. Besonders positiv ist die Strecke ab Höhe des Golfclubs bis zur Talsperre aufgefallen. Mitten durch ein Waldgebiet führt ein breit ausgebauter Radweg, der das Rad geschmeidig rollen lässt.
Dass sich die Route auch ohne Ausdruck bewältigen lässt, zeigt sich in meinem Fall ab dem Abenteuerspielplatz. Einfacher Grund: Ich habe den Zettel verloren. Mit der App geht es aber ganz bequem weiter. Mich interessieren auch immer Zahlen, Daten und Fakten. Diese werden bei Komoot übersichtlich aufbereitet. Schon während der Tour werden unter anderem die Geschwindigkeit, die Entfernung bis zum nächsten Knotenpunkt und bis zum Ziel sowie die Dauer der Fahrt angezeigt.
Mein Fazit: Das Knotenpunktsystem ist benutzerfreundlich aufgebaut, dadurch schnell verständlich und mit der umfangreichen Beschilderung gut sichtbar. Es bietet die Möglichkeit, individuelle Touren zu erstellen und trotzdem mit einem Plan loszufahren. Passend zu den Wetteraussichten kann das System ausgiebig am 1. Mai getestet werden
Neben der digitalen Version kann man die Route direkt ausdrucken und so von Punkt zu Punkt fahren..
Mit dem Knotenpunktsystem lässt sich eine individuelle Fahrradroute erstellen.
Copyright: Quelle OM-Medien / OM-Online / Text und Fotos von Oliver Hermes.