Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Cloppenburg

Stadt verzichtet auf Extra-Streifen

Radfahrer sollen sich auf Straßen mit Tempo-30 die Fahrbahn künftig mit Autos teilen

Auslaufmodell Radfahrstreifen: So wie hier auf der Emsteker Straße will die Stadt auf vielen anderen Straßen den Radverkehr nicht mehr führen. © Friedrich Niemeyer

Friedrich Niemeyer
Cloppenburg Auf den Straßen in Cloppenburg soll Tempo 30 für Autofahrer mehr und mehr zur Regel werden. Darauf arbeitet die Stadtverwaltung bereits seit Jahren hin. Weil der Bund die Straßenverkehrsordnung (StVO) novelliert hat, darf die Stadt Tempo-30-Schilder nun an vielen Straßen aufstellen. Ein Ziel: Radfahrer sollen sich sicherer über die Straßen bewegen können. Wie das genau gelingen soll, hat Bauamtsleiter Marcel Möller in der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses erklärt.
Warum will die Stadt die Radverkehrsführung ändern? Derzeit werden Radfahrer auf vielen unterschiedlichen Weisen über die Straßen geführt; mal über Radfahrstreifen (durchgezogene Linie), mal über Schutzstreifen (gestrichelte Linie), mal über Nebenanlagen und an einigen Stellen gleichberechtigt auf der Straße, wie auf der Eschstraße. Zudem weichen Radfahrer häufig auf den Bürgersteig aus, weil die Verkehrsführung unklar ist oder sie sich unsicher fühlen. Die Verwaltung will das ändern und die Radverkehrsführung in der Stadt vereinheitlichen. Das ist möglich, weil sie auf vielen Straßen jetzt Tempo 30 einführen darf.
Wie will die Stadt Radfahrer über die Straßen führen? Auf Straßen und Straßenabschnitten, an denen die Stadt demnächst Tempo-30-Schilder aufstellt, sollen Radfahrer künftig gleichberechtigt auf der Straße fahren. Sie teilen sich also eine Spur mit den Autofahrern. Fahrrad-Piktogramme auf dem Asphalt sollen dem Plan zufolge künftig darauf hinweisen, dass mit Radfahrern auf der Straße zu rechnen ist. Anders als derzeit auf der Eschstraße dürfen und können Autofahrer Radfahrer jedoch überholen, falls sie dabei einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten können, betont Möller. Radfahrer dürfen außerdem nicht nebeneinander fahren; auf einer Fahrradstraße dürfen sie das. Radfahr- und Schutzstreifen sind nicht mehr vorgesehen. Der Fachausschuss empfiehlt diesen Plan einstimmig. Er soll nach und nach umgesetzt werden.
Warum sollen Radfahrer auf der Straße fahren? Wie Möller erklärt, entstehen die meisten Unfälle, an denen Auto- und Radfahrer beteiligt sind, weil Autofahrer die Radfahrer übersehen, wenn sie zum Beispiel über Nebenanlagen fahren. Fahren sie dagegen mit den Autofahrern auf einer Straße, sind Radfahrer sichtbarer und bewegen sich sicherer durch die Stadt. Das sagt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Zudem fahren Autos auf den geplanten Tempo-30-Straßen deutlich langsamer als bislang.
Warum setzt die Stadt nicht weiter auf Radfahr- und Schutzstreifen? Diese Streifen führen laut Verwaltung zu einem „Linieneffekt“, der Radfahrer an den Rand der Straße „drücke“. Möller nennt unter anderem die Soestenstraße als Beispiel, wo Radfahrer auf einen Schutzstreifen geleitet werden. Durch solche Schutzstreifen fühlten sie sich jedoch keineswegs sicherer. Zudem seien viele Straßen in der Stadt zu schmal, um weitere solcher Streifen aufzutragen.
Auf welchen Straßen soll Tempo 30 eingeführt werden? Die Verwaltung nennt diese Straßen: Molberger Straße/Bergstraße (Kreisstraße (K) 174), Resthauser Straße (K 153), Löninger Straße/Soestenstraße/Obere Lange Straße (Teilbereich K 153), Kessener Weg (K 172), Fritz-Reuter-Straße (K 174), Sevelter Straße/Pingel-Anton, Emsteker Straße, Hagenstraße, Bether Straße/Osterstraße, Friesoyther Straße/Auf dem Hook/Antoniusplatz.

Copyright: OM-Medien / OM-Online / Text und Fotos von Friedrich Niemeyer.


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