Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Cloppenburg

Auf dem Radweg zwischen Rastede und Wahnbek kann es im Begegnungsverkehr eng werden.

Außerorts soll der Fuß- und Radweg auf ein Regelmaß von 2,5 m ausgebaut werden. © ADFC Ammerland

Fuß- und Radweg zwischen Rastede und Wahnbek

Der geplante Ausbau des Fuß- und Radwegs wird den Erwartungen an eine zeitgemäße Förderung des Radverkehrs nicht gerecht. Innerorts unterschreiten der Weg und der Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn sogar die erforderlichen Mindestbreiten.

Der ADFC Ammerland begrüßt grundsätzlich den geplanten Ausbau des gemeinsamen Fuß- und Radwegs zwischen Rastede und Wahnbek, weil damit die bestehenden Sicherheitsprobleme durch den momentan viel zu schmalen Weg abgemildert werden (siehe dazu die Stellungnahme des ADFC Ammerland vom 16.11.2021). Es ist allerdings bedauerlich, dass auch die neue Planung den technischen Regelwerken für die Anlage von Radverkehrsanlagen (ERA) nur teilweise gerecht wird.

Diese sehen für eine gemeinsame Führung von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen innerorts eine Mindestbreite von 2,50 m vor. Geplant sind jedoch nur 2,30 m. Auch der Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn wird hier mit einer Breite von 30 cm das erforderliche Mindestmaß von 50 cm unterschreiten. In diesen Bereichen, wo gleich zwei Mindestmaße unterschritten werden, sind also noch nicht einmal die Mindestanforderungen an die Verkehrssicherheit für den Radverkehr gewährleistet.

Der außerörtliche Radweg soll auf das erforderliche Regelmaß von 2,50 m ausgebaut werden. Hier soll die Breite des Sicherheitstrennstreifens 1,25 m betragen. Damit wird die erforderliche Mindestbreite von 1,75 m um 50 cm unterschritten. Eine Unterschreitung wäre bei einer Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit für den Kfz-Verkahr auf bis zu 70 km/h möglich - jedoch nur um bis 25 cm.

Teilweise wird also bei einem Ausbau der Verbindung gemäß der aktuellen Planung die Verkehrssicherheit von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen erheblich beeinträchtigt. Von „Komfort“ oder einer zeitgemäßen Radverkehrsförderung, die auch den Ansprüchen eines hohen Radverkehrsaufkommen mit Pedelecs, Lastenrädern und anderen Spezialfahrzeugen gerecht wird, kann schon gar nicht die Rede sein. Wie ein Ausbau der Verbindung zwischen Rastede, Wahnbek und weiter nach Oldenburg aussehen sollte, wird das Radverkehrskonzept des Landkreises aufzeigen, das noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Nach dem aktuellen Stand der Netzplanung wird die Verbindung zwischen Wahnbek und Rastede voraussichtlich als Radvorrangroute klassifiziert. Die "Hinweise zu Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten" sehen dafür bei gemeinsamen Fuß- und Radwegen innerorts eine Breite von 4,00 m und außerorts von 3,50 m vor. Der jetzt vorgesehene Ausbau kann also nur ein erster Schritt sein. Um den Radverkehr tatsächlich zu fördern, muss aus Sicht des ADFC anschließend zügig das Radverkehrskonzept des Landkreises beschlossen und umgesetzt werden.

Ob der geplante Ausbau des Radwegs zwischen Rastede und Wahnbek tatsächlich erfolgen wird, ist trotz des Beschlusses im Straßenbauausschuss noch nicht sicher, da noch unklar ist, ob entsprechende Fördermittel bewilligt werden.


Mehr Platz fürs Rad

Für eine verkehrssichere Radinfrastruktur reicht der Platz, der für die Verbindung zwischen Wahnbek und Rastede vorgesehen ist, nicht aus. Wenn im Ammerland Ausbaumaßnahmen hinter den Mindestanforderungen zurückbleiben, wird dies oft mit "Platzmangel" begründet. Grundstücke anzukaufen ist häufig nicht vorgesehen. Aktuelle Förderprogramme für den Radverkehr, wie z.B. das Förderprogramm "Stadt und Land" des Bundes, beziehen auch den Erwerb von Grundstücken ein. Außerdem werden zukünftig nur noch Planungen gefördert, die den geltenden Richtlinien entsprechen. Insofern bleibt abzuwarten, ob der geplante Ausbau des Fuß- und Radwegs zwischen Rastede und Wahnbek so überhaupt förderfähig ist.

https://cloppenburg.adfc.de/pressemitteilung/fuss-und-radweg-zwischen-rastede-und-wahnbek-1-1

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